Tränen rollen …

ja nicht gleich, aber ein bisschen wehmütig sind wir schon. Morgen geht`s wieder heim, naja zumindest erstmal Richtung Norden. Da dachte ich, ich zeige euch noch ein paar schöne Aufnahmen der letzten Tage.

Das war also unser Zuhause der letzten Tage, inclusive dem Wetter!

unser Hotel

Meine Italienischkenntnisse habe ich natürlich auch wieder etwas verbessern dürfen, unter fachmännischer Betreuung des Prof. Pasquale Negro, den ich jetzt schon mehrere Jahre besuche, wenn wir hier sind.

Von seinem Haus haben wir einen herrlichen Blick auf Tropea genießen dürfen:

Blick auf Tropea

Er hat uns sein ganzes Haus gezeigt und wir hatte eine Menge Spaß.

am Klavier

mit Professore in Tropea

Um ehrlich zu sein, es gab auch zwei Tage mit „schlechtem Wetter“. An einem davon gab es den ganzen Tag richtigen Sturm. Hier die Bilder:

Wie so oft sind wir festlich essen gegangen. Es fällt nicht schwer, hier ein nettes Ristorante zu finden. Schaut mal:

beim Vecchio Forno in TropeaDas Geld kann man hier natürlich auch auf andere Art und Weise loswerden. Markt ist hier jede Woche in fast jedem Ort.

auf dem MarktCeramica MinimarktJetzt lassen wir genüsslich den letzten Tag mit einem Glas Critone auf Balkone ausklingen. Soll`n wir die Sonne mitbringen?

Schwer beeindruckt

sind wir von unserer Fahrt aus Riace wieder angekommen. Riace, ein kleines ehemaliges Fischerdorf am Ionischen Meer, auf der anderen Seite Kalabriens.

Bild Blick auf Riace

Ein Dorf, das vom Aussterben bedroht war, weil hier die wirtschaftliche Situation wirklich katastrophal ist. Kaum Arbeit, wenn dann nur in der Landwirtschaft oder der Gastronomie. Aber eben viel zu wenig für die Jugend, die jetzt oft weit weg im Norden Arbeit sucht.

Bild Landschaft RiaceDie Landschaft ist nicht das, was wir von unserer Urlaubsgegend kennen, viel trockener und kahler.

Das alles wäre für hier nichts besonderes, wäre da nicht vor ungefähr 20 Jahren ein Flüchtlingsboot gestrandet und der Bürgermeister der Stadt die geniale Idee hatte, diese Menschen in seinem Dorf unterzubringen, anzusiedeln und zu integrieren, damit wieder neues Leben in den Ort kommt.

Und das hat er geschafft und ist damit über die Landesgrenzen hinaus berühmt und dafür geehrt worden. (siehe auch am Ende)

Bild kurz vor RiaceWir haben uns eben dahin auf den Weg gemacht und waren gespannt, was uns erwartet. Geparkt haben wir hier im äußersten Winkel Italiens neben einem VW-Bus aus Reutlingen. Die Besitzer haben wir dann auch getroffen und erfahren, dass es keine Touris sind, sondern eine junge Familie, deren Mutter ihre Eltern hier in Riace besucht hat. Also genau, wie wir es gehört haben. Sie, die in Deutschland ihr Glück gesucht hat und diese Tage zu Besuch zurück kam.

Bild buntes Riace 1Begrüßt haben uns auch viele Farben an den Wänden und saubere Straßen (!kein Müll auf den Wegen!). Für diese Sauberkeit sind eben auch die Flüchtlinge mit verantwortlich. Jeden Morgen um 6 Uhr fährt ein ehemaliger Flüchtling durch die Stadt und sammelt alles ein, was da nicht hingehört.

Bild Begruessung RiaceSchon fast ein bisschen deutsch kam es uns vor, so ordentlich ist der Ort.

Bild Riace bunte Aula 2 Bild Riace bunte Aula 3Wir waren leider zur falschen Zeit hier. Es war einfach zu früh, um das echte Leben im Ort mitzuerleben. Ein paar wenige Einwohner sind uns dann aber doch über den Weg gelaufen. Wir hatten rießigen Hunger und alles was nach Imbiss aussah, hatte geschlossen. Bis unser Gesprächspartner die Inhaberin einer Panineria am Ende der Straße sah und ihr lautstark vermittelte, dass hier hungrige Touristen wären. Also wurde geöffnet und unser Hunger gestillt.

Bild PanineriaImmer wieder hörten wir großes Lob über den Bürgermeister, es war wahrscheinlich wirklich die letzte Rettung für dieses Dorf. Aber nicht alle, so hörten wir, sind so begeistert gewesen, Fremde hier dauerhaft anzusiedeln. (siehe auch am Ende)

Bild Riace verwinkeltWir sind dann noch durch die Gassen geschlendert, haben über die Geschäfte gestaunt (die leider, leider geschlossen hatten!) und uns über soviel Details gefreut, die es in jeder Ecke zu entdecken gab.

Bild Riace Wandgemälde2Bild Riace KulturEs ist wieder Leben im Ort und viele Menschen haben einen Ort zum Leben gefunden. Eine geniale Idee und couragierte Menschen – das braucht es – überall!

Bild Riace FussballDie Heimfahrt wurde dann noch durch ein Bad im Mittelmeer unterbrochen. Der Strand, an dem die ganze Geschichte anfing.

Bild Mittelmeer baden

Wir haben mittlerweile einige Berichte über diesen Ort im Internet gefunden. Wenn es euch interessiert, dann findet ihr hier noch mehr Informationen zu diesem Thema:

  1. MDR-Bericht über Riace und Preisverleihung
  2. Bericht des Deutschlandfunks
  3. ein sehr bewegender Videobericht von FluterTV

 

Urlaub ist kein Zuckerschlecken

Wer denkt, wir liegen hier nur faul rum und lassen uns die (hier jeden Tag scheinende!) Sonne auf den Pelz scheinen, der wird gleich eines Besseren belehrt:

Hier wird auch hart gearbeitet! Letzten Mittwoch waren wir im Nachbarhotel feinstens essen und hatten auf dem Platz eine Einladung zur Mithilfe bei der morgigen Olivenernte liegen.

Pünktlich 9.30 Uhr standen wir beide auf der Matte, aber bereits 9.40 Uhr war ich nur noch allein hier, da Ulrike sich das anders, als eine Art Führung, gedacht hatte.

Also, die Aufgabe war klar: Diese vielen, kleinen Dinger an den Bäumen …

… müssen letztendlich da drin sein:

Und das ging unterschiedlich gut mit unterschiedlichen Werkzeugen. Unten rum konnte man schon viele erreichen, aber weiter oben gab es naturgemäß die Besten.

Mit Netzen wurde alles abgedeckt, damit auch möglichst keine einzelne Olive verloren geht.

Da kam wirklich viel zusammen. Allein ist das ja ein unendlicher Job. Echt pfiffig, die ausgeruhten und neugierigen Urlauber für sowas mit einzuspannen.

Weil auch viele Blätter mit runterkamen, gab es eine extra selbstgebaute Windmaschine, die Blätter und Oliven trennt. Das war ein beliebter Job!

Manche, wie der Olivenkönig des Hauses hatten noch andere Hilfsmittel zum beschleunigten Abnehmen der Oliven dabei. Ein Rüttelrechen, der mit Druckluft vom extra dafür bereitgestellten und auch im Dauerbetrieb laufenden Traktor betrieben wurde.

Nach ca. zwei Stunden rütteln und schütteln hatte ich dann auch die Nase voll und hab mich auf den Heimweg gemacht. Obwohl mir bestimmt ein Teller von Mama’s derweil im Tontopf gekochten Bohnen auch zustand.

Ausflug nach Rosarno

Es sind zwar schon ein paar Tage vergangen, aber ich möchte diese Bilder nicht vorenthalten.

Um den kalabresischen Horizont etwas zu erweitern, hab ich mich vorige Woche aufgemacht und bin auf teilweise abenteuerlichen Wegen nach Rosarno gelangt.

Ein Blick auf halbem Weg zurück in unsere Bucht. (Capo Vaticano, seht ihr den Bergzipfel?)

Und dann sah es dann schon ganz anders in Richtung Rosarno:

Wenn man die Küste entlang fährt, ist Sizilien nicht weit entfernt.

Dann Ankunft in Rosarno. Ein ganz wichtiger Ort in allen italienischen Orten ist „La piazza“, Treffpunkt für alle Generationen.

Was es auch immer zu bereden gibt, hier wird es beredet:

Es sind ganz oft zerfallene oder nicht fertig gebaute Wohnungen und Häuser zu finden:

Aber interessant, die Kirchen sind meistens in Schuss:

Auch interessant zu sehen, Kinder nehmen hier gleichberechtigt am Straßenverkehr teil:

Hier kann man sagen, das Leben und das Sterben finden hier auf der Straße ihren Platz:

Buonanotte nach Deutschland!

Alles ausgepackt…

… und alle Haken angeklebt. Riki hat alles liebevoll eingerichtet. Jetzt geht’s los mit der Erholung.

Gleich gestern sind wir schon der ersten Einladung gefolgt. Mit Kurt und Maria hatten wir einen serata meravigliosa – wunderbaren Abend verbracht. Ganz nebenbei haben wir erfahren, dass Kurt an diesem Tag seinen 75. Geburtstag gefeiert hat. Und wir waren seine einzigen Gäste.

Unser deutsches Bier kam bestens an. Genial, dass wir hier Leute kennen und sie zu Hause erleben können.

Unser Ziel Ricadi…

… haben wir nach reichlich 1. 700 km erreicht. Wir sind dankbar für alle Bewahrung – manchmal war’s nötig.

Die letzten Lücken im Auto haben wir unterwegs noch mit gutem Wein gefüllt.

Innen wurde der Platz langsam eng, genau wie der Platz vom Hinterrad bis zum Radkasten.

So und nun sitzen wir in unserem mittlerweile bekannten Ristorante „A Turri“ und läuten den Urlaub mit einer guten Mahlzeit ein.

Hier noch ein erster aber für heute letzter Blick auf’s Meer.